Perimetro Mértola
| Ort | Mértola |
| Auftraggeberin | Gemeinde Mértola |
| Planung | 2019 – 2020 |
Konzept der Umsetzung
Planungsansatz
Der Ansatz dieses Konzepts orientiert sich vorrangig an den Bedürfnissen des Bodens, der Vegetation und der landwirtschaftlichen Entwicklung vor Ort. In der Region Mértola gibt es nur wenige Landwirte, die Obst oder Gemüse anbauen, und noch weniger, die unter den erforderlichen infrastrukturellen Bedingungen biologischen Wein produzieren.
Die Vielzahl unkonventioneller Anbautechniken aus der Vergangenheit dient hier als Diskussionsgrundlage und soll neue Perspektiven aufzeigen. Die grösste Herausforderung besteht darin, nachhaltige Lösungen über lange Zeiträume hinweg zu entwickeln. Sowohl der Boden als auch die Vegetation benötigen Zeit, um sich regenerieren und stabilisieren zu können. Der menschliche Eingriff sollte dabei stets massvoll erfolgen – mal stärker, mal zurückhaltender, je nach Bedarf.
Vergessene sowie neu entwickelte Techniken, oft inspiriert von natürlichen Prozessen, können hier wieder gezielt angewendet werden. Weltweit, auch in verschiedenen Regionen Portugals, gibt es bereits vielversprechende Einzellösungen. Dieses Konzept verfolgt das Ziel, diese Erkenntnisse zu bündeln und in ein funktionierendes Gesamtsystem zu integrieren – eine Landschaft, in der der Mensch nicht als Konkurrent oder Gegner der Natur agiert, sondern sich wieder als Teil eines harmonischen ökologischen Gleichgewichts versteht.
Linker Bereich – Konzept mit Tierhaltung
Die Landwirtschaft in Mértola ist überwiegend auf die Haltung von Schafen, Ziegen und Kühen ausgerichtet. Daher sind etwa 50 % der Fläche für eine kombinierte Nutzung mit Viehhaltung vorgesehen. Die Entwicklung nachhaltiger Strategien erfordert jedoch Zeit und Erfahrungswerte, insbesondere in Bezug auf integrierte Weidesysteme, die in der Region bislang kaum erprobt wurden.
Ein vielversprechender Ansatz ist das Konzept des „Holistic Management“. In der benachbarten spanischen Region Badajoz gibt es bereits spezialisierte Fachkräfte, die entsprechende Planungs- und Umsetzungstechniken beherrschen. Diese Expertise könnte wertvolle Impulse für die lokale landwirtschaftliche Entwicklung liefern.
Rechter Bereich – Konzept mit Pflanzen
Dieser Bereich ist in verschiedene Test- und Experimentierflächen unterteilt. Die geografische Vielfalt des Geländes führt zu unterschiedlichen Standortbedingungen:
Nordhänge bieten günstigere Bedingungen für bestimmte Pflanzengesellschaften als die trockeneren Südhänge.
Wassernähe ermöglicht den Anbau anderer Pflanzen als in Gebieten, die weit von Wasserquellen entfernt liegen.
Ein zentrales Ziel ist die Wiederherstellung der ursprünglichen mediterranen Vegetation. Historische Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Iberische Halbinsel vor der Römerzeit weitgehend von zusammenhängenden Wäldern bedeckt war, was eine höhere Wasserverfügbarkeit zur Folge hatte. Heute ist der Boden durch jahrhundertelange Nutzung weitgehend humusarm, weshalb sein Wiederaufbau langfristige Maßnahmen erfordert.
Zwei wesentliche Aspekte sind dabei entscheidend:
Nachhaltiges Wassermanagement:
Anstatt auf externe Wasserquellen zurückzugreifen, müssen Strategien zur effizienten Nutzung von Regenwasser entwickelt werden. Nur so lässt sich eine großflächige ökologische Regeneration langfristig ermöglichen.Gezielte Pflanzenauswahl:
Die Bepflanzung und Einsaat erfolgt mit mehrjährigen Pflanzen aus Bäumen, Sträuchern und bodendeckenden Pflanzen, um ein stabiles Ökosystem zu fördern.
Im erweiterten Perimeter werden überwiegend einheimische Arten bevorzugt.
In Bereichen mit potenzieller landwirtschaftlicher Nutzung können auch geeignete, nicht-invasive Arten und Sorten aus anderen Regionen eingesetzt werden.
Die extensiv genutzten Flächen im Gesamtperimeter bilden einen Übergangsbereich zwischen dem erweiterten Perimeter und den künftig intensiver genutzten landwirtschaftlichen Flächen. Diese Zonierung ermöglicht eine nachhaltige Entwicklung der Landschaft und eine ressourcenschonende Nutzung.
Erste Umsetzungsschritte
Die hier vorgestellte Karte kombiniert alle relevanten thematischen Analysen der Kategorie II. Auf dieser Grundlage werden Flächen geplant sowie Brandschutzstreifen und Wege angelegt.
Schwerpunkte der Umsetzung:
Nachhaltige Boden- und Vegetationsentwicklung in semiariden Gebieten
Wiederherstellung und Schutz von Lebensräumen gefährdeter Arten
Entwicklung wirtschaftlicher Perspektiven durch ökologische Landwirtschaft und Agroforstwirtschaft
Dieses Konzept bildet eine strukturierte Grundlage für Planung und Umsetzung durch verschiedene Akteure. Wichtige Aspekte sind Arbeitsprozesse, Kostenmanagement und Zeitpläne. Die erfolgreiche Umsetzung erfordert ein interdisziplinäres Team mit spezifischen Fachkenntnissen.
Eine zentrale Herausforderung liegt in der Auswahl geeigneter Fachkräfte und Unternehmen. Da es sich um ein Pionierprojekt handelt, sind standardisierte Ausschreibungsverfahren oft ungeeignet, weil sie primär auf den günstigsten Anbieter setzen. In diesem Fall jedoch sind fundierte Erfahrungen mit innovativen, nicht konventionell gelehrten land- und forstwirtschaftlichen Methoden unerlässlich.
Den vollständigen Konzept-Plan auf portugisisch und englisch kann man runterladen!
Daher ist eine frühzeitige Einbindung spezialisierter Unternehmen erforderlich, um Expertise und Wissen direkt in die Planungsphase einfliessen zu lassen.