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Pflanzenprofil Matthias Brück Pflanzenprofil Matthias Brück

Der essbare süsse Fruchtstiel vom Rosinenbaum (Hovenia dulcis)

Der Rosinenbaum (Hovenia dulcis) erweitert das Spektrum essbarer Gehölze grundlegend: Genutzt wird nicht die Frucht, sondern der zuckerreiche Fruchtstiel – das sogenannte Hovenien-Süssholz. Damit verschiebt er die Perspektive auf Ertrag und Genuss jenseits klassischer Obstbäume. Als sommergrüner, robuster und trockenheitsverträglicher Baum verbindet er ökologische Funktion mit gestalterischer Qualität. Nektarreiche Blüten fördern Bestäuber, die süssen Fruchtstiele eröffnen hierzulande noch wenig bekannte kulinarische Möglichkeiten. Ungewöhnlich, aber anbaubar, steht er exemplarisch für eine erweiterte Pflanzenpalette in essbaren Landschaften.

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Essbare Magnolien (Magnolia) – zwischen Evolutionsgeschichte, Gestaltung und Kulinarik

Magnolien (Magnolia) gelten hierzulande als reine Ziergehölze, besitzen jedoch ein überraschendes kulinarisches Potenzial: Blütenblätter und Knospen einzelner Arten sind essbar und zeigen Aromen von Ingwer, Kardamom oder Nelke. Als sehr ursprüngliche Blütenpflanzen mit archaischem Aufbau werden sie von Käfern bestäubt. Ihre heutige Vielfalt stammt aus Ostasien und Nordamerika; in Europa verschwanden sie während der Eiszeiten und kamen erst im 18. Jh. zurück. Neben ihrer starken gestalterischen Wirkung liefern sie früh im Jahr Pollen für Insekten und verbinden so ästhetische, ökologische und essbare Funktionen.

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Felsenbirnen (Amelanchier) – Unterschätztes (Wild-)beerenobst, dessen Strauch häufig “nur” als Zierstrauch eingesetzt wird.

Felsenbirnen (Amelanchier) sind vielseitige Gehölze mit hohem Zier- und Nutzwert. Im Frühjahr erscheinen dichte, weisse Blüten, gefolgt von süssen, aromatischen Früchten, die frisch oder verarbeitet genutzt werden können. Viele Arten sind robust und standorttolerant. Auch ökologisch sind sie wertvoll: Blüten und Beeren fördern Insekten und Vögel. Damit verbinden Felsenbirnen Gestaltung, Ertrag und Biodiversität.

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Linden (Tilia) als einheimisches und vielseitig verwendbares Lebensmittel

Die Linde (Tilia) ist ein überraschend vollständiger Nahrungslieferant. Im Frühling sind die jungen Blätter roh essbar: weich, mild-süsslich und als echter „Baumsalat“ nutzbar. Im Sommer ergeben die Blüten einen honigartig aromatischen Tee, traditionell bei Erkältung und Unruhe verwendet. Besonders ungewöhnlich sind die unreifen Früchte im Spätsommer: Fein zermahlen und mit Kokosfett vermischt entsteht eine nussig-kakaoartig schmeckende Paste, historisch als „Lindenschokolade“ bekannt. Damit liefert ein einzelner Baum Gemüse, Getränk und eine dessertartige Zutat über mehrere Jahreszeiten hinweg.

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Die Fingeraralie (Eleutherococcus sieboldianus): Ein vergessener Schatz für Garten und Küche

Die Fingeraralie (Eleutherococcus sieboldianus) ist ein aus Ostasien stammender, robuster Strauch aus der Familie der Araliengewächse. In Japan wird sie traditionell als „Ukogi“ genutzt und oft als essbare Hecke oder sogar als lebende Pergola gezogen. Besonders die jungen Blätter und Triebe gelten als essbar und werden in der regionalen Küche beispielsweise für Reisgerichte, Tempura oder Salate verwendet. Der Geschmack ist aromatisch, leicht bitter und erinnert etwas an Sellerie oder Petersilie. Aufgrund ihres dichten Wuchses, ihrer Schnittverträglichkeit und der kulinarischen Nutzung gilt die Fingeraralie als interessante Pflanze für essbare Gärten.

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